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Die barocke
Kirche, das Konventgebäude und einige hohe Mauern erinnern heute noch an
die Benediktinerabtei in Schuttern, die vom 7.Jahrhundert bis zur
Säkularisation im Jahre 1806, also über 1200 Jahre lang, Schutz und
Unterkunft für Mönche war. Die heute noch vorhandene Bausubstanz ist
Landeseigentum und wurde im Jahre 1980 restauriert.
Die
Geschichte des Klosters wurde in den Jahren 1972 bis 1976 vom Lahrer
Architekten Karl List archäologisch ergraben, den Gang in die
Vergangenheit kann man im Untergeschoss der Kirche jederzeit
nachvollziehen. Über Gitterroste wandert man an historischen Steinen und
Mauern, Steinfragmenten und Fundamenten vorbei. Führungen in die
Vergangenheit kann man bei der Ortsverwaltung Schuttern ordern.
Der Iroschottische Pilgermönch Offo baute im Jahre 603 in den Ruinen einer
römischen Villa rustica ein kleines Kirchlein. Die Mönchszelle des Offo "
Offonis Cella " und später Weiler oder Ort des Offo " Offonis Wilare "
ist der Grundstein für die heutige Gemeinde Schuttern und die große
Benediktinerabtei. Aus der Vita des Hl.Pirmin wissen wir, dass dieser das
Kloster in Schuttern reorganisierte und das Klosterleben nach den
benediktinischen Regeln ordnete; dies geschah in der Zeit um 735. In
Schuttern zählte man in den Jahren 822-862 insgesamt 237 Mönche. Durch
den frommen Kaiser Heinrich II. kommt das
Kloster in Schuttern zu seiner Blüte. In einer Schenkungsurkunde aus dem
Jahre 1016 erhält das arme Kloster u.a. die Orte Heiligenzell, Friesenheim
und Oberschopfheim. Durch diese Schenkungsurkunde sind diese Orte erstmals
urkundlich er- wähnt.
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Aus der
Blütezeit des Klosters stammt auch das Reliquiengrab des Klostergründers
Offo. Das Mosaik wird der ottonischen Epoche zugewiesen; es kann als
ältestes deutsches Fußbodenmosaik bezeichnet werden. Im Laufe der
Jahrhunderte wurde das Kloster mehrfach eingeäschert und in kriegerische
Händel verwickelt. Die Bauernkriege bleiben auch für das Kloster nicht
ohne Folgen. Aufrührige Bauern aus Friesenheim und Lahr stürmten am 3.Mai
1525 das Kloster und richteten großen Schaden an. Das Kloster wurde total
ausgeplündert, dieVerwüstungen waren riesengroß. Berühmten weltlichen
Besuch hatte das Kloster am 6. Mai 1770. Marie Antoinette übernachtete auf
ihrer Reise von Wien nach Frankreich das letzte Mal auf deutschem Boden in
Schuttern. Ihre Ehe mit dem späteren König von Frankreich Ludwig XVI.
endete in den Revolutionswirren verhängnisvoll auf dem Schafott.
Die Äbte
Karl Vogler und Placidus Hinderer schufen in den Jahren 1770-1772 den
heute noch erhaltenen Kirchbau. Der Neubau der Kirche war erforderlich
geworden, weil durch einen Blitzeinschlag im Jahre 1770 das Kloster und
insbesondere die Basilika ein Raub der Flammen wurde. Wie das Kloster zur
Blütezeit einmal aussah, das vermittelt uns ein Stich von Schönbachel, der
in die Jahre 1665/1670 zugeordnet werden kann. Die schöne Radierung der
Klosteranlage wird von Wingenroth, in seinem Werk über die Kunstdenkmäler
des Großherzogtums Baden, beein-druckend beschrieben. Das Blatt gehört
jedenfalls dem Ende des 17.Jhs. an. Es scheint im Großen und Ganzen
zuverlässig zu sein und ist, man beachte nur die Einzelheiten des großen
Turmes, äußerst gewissenhaft gearbeitet.......
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Da sehen wir dann noch die schlichte romanische
Basilika, wie es scheint, mit geradem Chorabschluss ohne Seitenchöre; als
einzige Zier, der typische Bogenfries unter den Dächern des Mittelschiffs
und der Seitenschiffe. Der Turm ist mit seinem reichen Säulenaufbau und
Walmdach ein reicheres Werk des 17.Jhs. Daran anschließend der Konvent,
ein Bau, ebenfalls des 17.Jhs. mit einem Erker an dem Eck. Stattliche
Portale mit den üblich gebrochenen Giebeln runden das barocke Bild ab. Im
Hintergrund steht der Torturm mit Satteldach und Dachreiter erhebt. Er ist
offenbar aus Bruchsteinmauerwerk errichtet, an den Ecken mit
Haussteinquadern bekleidet und mit einer Uhr, sowie einer Sonnenuhr
versehen. Gegenüber der Kirche wieder ein großer Bau von vier Flügeln, die
einen viereckigen Hof umgeben. Von ihm, wie von dem Konvent, erstreckt
sich eine lange Gebäudereihe nach vorne, wo sie in Pavillons mit
Dachreitern endet. Zwischen diesen zieht sich eine Säulenhalle hin. In der
Mitte ein reich durchgebildetes Gebäude mit Mittelrisalit, Giebel und
Pilaster an den Ecken ect. Wenn irgendetwas auf diesem Blatt, so scheint
mir diese Anlage der Halle mit dem Mittelbau, zweifelhaft. Ich halte es
für sehr leicht möglich, dass Derartiges vielleicht nur projektiert, oder
überhaupt eine Ergänzung des Radierers ist. Der Bezirk war von einem
Wassergraben umgeben. Um ihn herum lagen eine Anzahl von Gärten und
Springbrunnen, doch die Säkularisation des Jahres 1805 brachte das Ende
der einst blühenden und großen Abtei.
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